Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen

Johanniskraut – das rote Gold der Sommersonnwende

2026-06-05 14:56:00 / Inhaltsstoffe / Kommentare 0

Johanniskraut (Hypericum perforatum) mit gelben Blüten – rote Blütenknospen zeigen den Wirkstoff Hypericin, traditionelles Wundkraut der europäischen Volksmedizin

„Wundkraut, Jesuswundenkraut, Teufelsflucht" – eine Pflanze zwischen Mythos und Heilkunde, deren rotes Öl seit Jahrhunderten Wunden heilt und Haut pflegt.



Eine Pflanze zwischen Sonne und Mysterium

Wer im Hochsommer durch Wiesen und lichte Wälder streift, begegnet ihr überall: kleine, fünfblättrige Blüten in strahlendem Gelb, die sich der Sonne entgegenstrecken. Das Johanniskraut (Hypericum perforatum) blüht rund um den Johannistag am 24. Juni – dem kirchlichen Hochfest zur Geburt Johannes des Täufers – und trägt daher seinen Namen.

Doch was diese Pflanze wirklich besonders macht, offenbart sich erst beim Berühren: Verreibt man die Blütenknospen zwischen den Fingern, färben sie sich tiefrot. Ein fast magischer Moment – und ein sichtbares Zeichen für den Wirkstoff Hypericin, der in den kleinen Öldrüsen der Blüten gespeichert ist und dem Johanniskraut seine heilsamen Eigenschaften verleiht.



Mythos, Glaube und Heilkunde

Kaum eine Pflanze ist so tief in der europäischen Mythologie verwurzelt wie das Johanniskraut. Die Germanen verehrten es als Lichtbringer und Symbol der Sonne. Zu den Sonnwendfeiern trugen Frauen und Mädchen Kränze aus Johanniskraut. Mit der Christianisierung wurde die rituelle Bedeutung auf Johannes den Täufer übertragen.

Im Mittelalter glaubte man, das Johanniskraut vertreibe böse Geister – weshalb es den lateinischen Namen „Fuga daemonum" (Flucht der Dämonen) trug. Eine Legende erzählt, der Teufel selbst habe die Blätter der Pflanze in einem Wutanfall mit unzähligen Nadelstichen durchlöchert – was die für die Art typischen Öldrüsen erklären sollte, die wie Löcher aussehen und dem botanischen Namen „perforatum" (durchlöchert) den Ursprung geben.

Paracelsus (1493–1541) war ein großer Anhänger der Pflanze und widmete ihr ein eigenes Kapitel in seinen Schriften. Im ältesten erhaltenen Buch der Klostermedizin, dem Lorscher Arzneibuch aus dem Jahr 795, wird Johanniskraut erstmals schriftlich gegen Melancholie empfohlen. Hildegard von Bingen nannte es ein „tauglich Kraut wider die schwarze Melancholie".



Das rote Öl – ein Klassiker der Naturheilkunde

Das rote Johanniskrautöl – gewonnen durch das Einlegen von Johanniskrautblüten in Olivenöl – ist eines der ältesten und bekanntesten Heilmittel der europäischen Naturheilkunde. Bereits im 19. Jahrhundert empfahl der Apotheker Hager Johannisöl als Einreibemittel – allerdings wurde es damals oft gefälscht, weil echtes rotes Johanniskrautöl so kostbar war.

Die rote Farbe entsteht durch das Hypericin, das sich besonders unter Sonneneinstrahlung aus den Blüten ins Öl löst. Daneben enthält das Öl Hyperforin – ein Wirkstoff, der nachweislich die Regeneration von Hautzellen fördert – sowie Flavonoide, Gerbstoffe und ätherische Öle.



Naturheilkunde: Was Johanniskrautöl äußerlich kann

Wundheilung & Hautregeneration – Traditionell eingesetzt bei kleinen Wunden, Schürfwunden, leichten Verbrennungen und Narben. Hyperforin und Hypericin fördern die natürliche Hauterneuerung.

Entzündungen & Muskelschmerzen – Als Einreibung bei Muskelschmerzen, verspannten Rücken und strapazierten Gelenken. Die durchblutungsfördernde Wirkung bringt wohltuende Wärme tief in das Gewebe.

Empfindliche & gereizte Haut – Beruhigend, entzündungshemmend und pflegend für Haut, die gestresst, gerötet oder ausgetrocknet ist.

Narben & Dehnungsstreifen – Traditionell zur unterstützenden Pflege bei der Narbenreifung und zur Verbesserung der Hautelastizität eingesetzt.



Johanniskraut in unseren Produkten

In unserer Manufaktur in Bromberg stellen wir das rote Johanniskrautöl selbst her – als Kaltmazerat aus Johanniskrautblüten in reinem Olivenöl. Wir verwenden ausschließlich die Blüten, denn nur sie enthalten die höchste Konzentration an Hypericin und Hyperforin.

Daraus entstehen zwei Produkte:

Der Johanniskraut Balsam – mit Bienenwachs der Imkerei Senft aus Bromberg zu einem cremigen Balsam verarbeitet. Ideal für gezielte Anwendung auf Wunden, gereizter Haut und Muskelpartien. Erhältlich als Aludose (20ml) und Glastiegel (30ml).

Das Johanniskraut Massage- und Pflegeöl – 70% rotes Johanniskrautöl aus dem Kaltmazerat, verfeinert mit 30% Mandelöl. Leicht, einziehend und perfekt für die sanfte Massage oder als tägliches Pflegeöl für beanspruchte Haut.



Alle k.u.k.Naturkraft-Produkte werden handgemacht in Bromberg hergestellt. 100 % natürliche Zutaten, keine synthetischen Zusätze, in kleinen Chargen frisch produziert.

Hinweis: Johanniskrautöl kann die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen (Photosensibilisierung). Nach der Anwendung Haut nicht direktem Sonnenlicht aussetzen. Die beschriebenen Anwendungen basieren auf volksmedizinlicher Überlieferung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.



Johanniskraut Balsam ab 6,50€

Johanniskrautöl ab 6,50€